Der Yamaha TX16W ist ein 12-Bit-Digital-Sampler, der 1987/1988 von Yamaha vorgestellt wurde. Er war Yamahas erster Versuch, in den damals boomenden Sampler-Markt einzusteigen. Die Maschine ist heute Kult, nicht zuletzt wegen ihrer einzigartigen digitalen Filter und des charaktervollen Sounds.
Geschichte
Der TX16W wurde 1987/88 eingeführt und markierte Yamahas Einstieg in den Sampler-Markt, der zu dieser Zeit von Konkurrenten wie Akai, E-MU und Ensoniq dominiert wurde.
Der Neupreis für den Yamaha TX-16W Sampler lag 1988 in Deutschland bei 4.790 DM für die Grundausstattung mit 1,5 MB RAM. Eine Speichererweiterung auf das Maximum von 6 MB kostete zusätzlich etwa 3.000 DM.
Vergleichsübersicht (ca. 1988 in Deutschland)
Modell
Technik
Ungefährer Neupreis (DM)
Yamaha TX16W
12-Bit
4.790 DM
Akai S950
12-Bit
5.600 DM
E-MU Emax Rack
12-Bit
5.800 DM
Akai S1000
16-Bit
12.500 DM
E-MU Emulator III
16-Bit
> 25.000 DM
Die Entwicklung basierte auf einem Motorola 68000-Prozessor und zielte auf professionelle Anwendungen ab, mit Fokus auf Multitimbralität und erweiterbarem Speicher. Ursprünglich litt das Gerät unter einer benutzerunfreundlichen Original-OS, die langsame Ladezeiten und komplizierte Menüs hatte. Dies führte zu dem Spitznamen „Sampler from Hell“.
Der Original-Betriebssystem-Disk musste bei jedem Einschalten geladen werden, was oft als einer der größten Nachteile empfunden wurde. Auch die 17 Filter mussten von einer separaten Diskette stets „nachgeladen“ werden.
Eine Wende kam mit dem Typhoon 2000 OS, das von Magnus Lidström (einem schwedischen Entwickler) in den 1990er Jahren als alternatives Betriebssystem geschaffen wurde. Es verbesserte die Bedienung dramatisch und machte den TX16W nutzbarer. 2013 folgte eine kostenlose Emulation namens Cyclone von Sonic Charge, basierend auf Typhoon, als Software. Es ist eine kostenlose Emulation als VST/AU-Plugin, die den gesamten TX16W-Workflow in Software-Form nachbildet.
Technische Daten
Polyphonie: 16 Stimmen
Multitimbralität: 8 Parts (bis zu 16-voice multitimbral)
Sampling-Auflösung: 12-Bit linear (AWM – Advanced Wave Memory)
Sampling-Raten: Bis zu 50 kHz mono, 33,3 kHz stereo; variable Raten von 16,7 kHz bis 50 kHz
Speicher: 1,5 MB RAM standard (erweiterbar auf 6 MB); Sampling-Zeit: Bis zu 16,3 Sekunden mono bei 16,7 kHz, 7,9 Sekunden stereo bei 33,3 kHz
Speicherung: 3,5″-Floppy-Disks (720 kB, 2 Disks für volle Speicherung); kompatibel mit AIFF via Typhoon
Prozessor: Motorola 68000
Eingänge: Stereo-Jack (Mic/Line) auf der Front, externer Audio-Input
Steuerung: Numerische Tastatur, ca. 12 Knöpfe; MIDI IN/OUT/THRU (8-fach multitimbral)
Abmessungen: Tiefes 2U-Rack-Format
Gewicht: Ca. 5-6 kg (sehr robust gebaut)
Original Speichermodule des TX16W
Features und Funktionen
Der TX16W bietet umfangreiche Sampling- und Editing-Optionen:
Sampling: Stereo- oder Mono-Sampling mit Trigger-Optionen (Auto, Key, Footswitch, extern); Auto-Loop, Crossfade-Loop, Reverse, Sample-Mix, Normalisierung. Kein Echtzeit-Clipping-Indikator.
Filter: 17 digitale Filtertypen (einschließlich resonant, Notch, Phaser), je Stimme eins; zwei variable Parameter (Frequenz, Level/Slope); dynamisch steuerbar via Envelope, LFO oder MIDI-Controller.
Editing-Struktur: Fünf Ebenen – WAVE (Sample), FILTER, TIMBRE (Wave + Filter + LFO/Envelope), VOICE (bis 32 Splits mit Crossfade), PERFORMANCE (Kombination von Voices mit Layering, Detune, Output-Zuweisung).
Modulation: Bis zu 8 Modulatoren pro Kanal (mit Typhoon); 15 Quellen, 13 Ziele; zwei unabhängige LFOs und Envelopes pro Kanal; Monophonic Portamento.
Weitere Features: Velocity-Kurven (inkl. Reverse), Pitch-Shift, Chaining für erweiterte Polyphonie, MIDI-Dump, Utility-Funktionen (Store, Load, Format).
Mit Typhoon OS: Dynamische Voice-Allocation, Undo-Editing, Auto-Pitch-Tracker, Loop-Finder, Resample-Utility (3 Hz bis 50 kHz), Kompression (33% Speicherersparnis), AIFF-Support, RS-422 für Mac-Integration, schnellere Ladezeiten (bis zu 4x schneller).
Soundcharakteristik
Der TX16W hat einen markanten Klang: Obertonreich und präsent, mit starkem Low-End.
Die 12-Bit-Auflösung sorgt für einen „crunchy“ Klangeindruck, besonders bei niedrigen Sampleraten, und die digitalen Filter machen den Sound „dunkel“ und warm.
Beim Pitch-Down entstehen einzigartige Harmonische und Sub-Harmonische, die ihn von Samplern wie Akai S950 oder einem E-MU abheben.
Drums klingen druckvoll, Synthesizer sämig und fett. Die Filter sind subtil und verfügen über keinen großen Sweepspot. In Blindtests übertrifft er oft Konkurrenten in Druck und Charakter.
Ladezeit beim OS Typhoon 2000 mit einem Gotek Laufwerk von USB Stick
Vor- und Nachteile
Vorteile:
Exzellente Klangqualität mit Präsenz und Charakter
Erweiterbarer Speicher und Stereo-Sampling
Dynamische Filter und Modulation (besonders mit Typhoon 2000)
Günstig in der Vintage-Szene; große Library
Typhoon 2000 macht es modern nutzbar (schnell, AIFF-kompatibel)
Keine Speichererweiterungen mehr verfügbar. Nur noch als Adapter für PS2 Simms
Subtile Filter-Effekte; mögliche Klicks bei Pitch-Modulation
Fazit
Der Yamaha TX16W ist ein unterschätztes Juwel der Sampler-Geschichte. Trotz anfänglicher Bedienungsprobleme bietet er dank Upgrades wie Typhoon 2000 eine einzigartige Klangwelt, die in modernen Produktionen glänzt. Für Vintage-Enthusiasten oder Produzenten, die charaktervolle Sounds suchen, ist er empfehlenswert – aber nur mit dem alternativen OS. Das Typhoon 2000 lädt auch direkt alle digitalen Filter beim Start. Mit dem originalen Floppy-Laufwerk und dem originalen OS mussten diese separat nachgeladen werden. Das hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert.
Wer gerne auf das Diskettenlaufwerk verzichten möchte, kann Ausschau halten nach Floppy-Emulatoren, wie z.B. von GOTEK. Ich habe meinen Yamaha TX16W damit ausgerüstet und bin damit stets zufrieden. Aber es hat auch Nachteile, nämlich bei der Auswahl der richtigen USB-Sticks. Diese sollten möglichst klein sein, was in der heutigen Zeit kaum unter 4GB möglich ist. Ich habe 4GB Sticks in FAT32 formatiert und konnte das Betriebssystem die meiste Zeit sicher laden. Aber es gab auch vereinzelt Probleme und der Stick musste neu formatiert werden, damit es wieder lief. Das liegt nach meiner Recherche offenbar an der zu „hohen“ Geschwindigkeit der modernen Sticks. Dazu finden sich im Netz diverse Anleitungen und Berichte.
Klangbeispiele
(Anmerkung – längere Ladezeiten wegen WAV Datei in 24Bit)
AnaStrings -
Fairlite -
Unison -
Sampled Odyssey Polyphon Reverb -
Sampled Odyssey 1.original - 2. sampled -
Filter None -
Filter-High-HPF -
Filter-Low-HPF -
Filter-High-LPF -
Filter-HPF-LPF -
Filter-LosL-HPF -
Filter-Low-LPF -
Filter-NRRW-BPF -
Filter-Peak -
Filter-Q-HPF -
Filter-Q-LPF -
Filter-Wide-BPF -
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Yamaha TX16W – Digital Sampler mit 12 Bit
Der Yamaha TX16W ist ein 12-Bit-Digital-Sampler, der 1987/1988 von Yamaha vorgestellt wurde. Er war Yamahas erster Versuch, in den damals boomenden Sampler-Markt einzusteigen. Die Maschine ist heute Kult, nicht zuletzt wegen ihrer einzigartigen digitalen Filter und des charaktervollen Sounds.
Geschichte
Der TX16W wurde 1987/88 eingeführt und markierte Yamahas Einstieg in den Sampler-Markt, der zu dieser Zeit von Konkurrenten wie Akai, E-MU und Ensoniq dominiert wurde.
Die Entwicklung basierte auf einem Motorola 68000-Prozessor und zielte auf professionelle Anwendungen ab, mit Fokus auf Multitimbralität und erweiterbarem Speicher. Ursprünglich litt das Gerät unter einer benutzerunfreundlichen Original-OS, die langsame Ladezeiten und komplizierte Menüs hatte. Dies führte zu dem Spitznamen „Sampler from Hell“.
Der Original-Betriebssystem-Disk musste bei jedem Einschalten geladen werden, was oft als einer der größten Nachteile empfunden wurde. Auch die 17 Filter mussten von einer separaten Diskette stets „nachgeladen“ werden.
Eine Wende kam mit dem Typhoon 2000 OS, das von Magnus Lidström (einem schwedischen Entwickler) in den 1990er Jahren als alternatives Betriebssystem geschaffen wurde. Es verbesserte die Bedienung dramatisch und machte den TX16W nutzbarer. 2013 folgte eine kostenlose Emulation namens Cyclone von Sonic Charge, basierend auf Typhoon, als Software. Es ist eine kostenlose Emulation als VST/AU-Plugin, die den gesamten TX16W-Workflow in Software-Form nachbildet.

Technische Daten
Original Speichermodule des TX16W
Features und Funktionen
Der TX16W bietet umfangreiche Sampling- und Editing-Optionen:
Soundcharakteristik
Der TX16W hat einen markanten Klang: Obertonreich und präsent, mit starkem Low-End.
Die 12-Bit-Auflösung sorgt für einen „crunchy“ Klangeindruck, besonders bei niedrigen Sampleraten, und die digitalen Filter machen den Sound „dunkel“ und warm.
Beim Pitch-Down entstehen einzigartige Harmonische und Sub-Harmonische, die ihn von Samplern wie Akai S950 oder einem E-MU abheben.
Drums klingen druckvoll, Synthesizer sämig und fett. Die Filter sind subtil und verfügen über keinen großen Sweepspot. In Blindtests übertrifft er oft Konkurrenten in Druck und Charakter.
Ladezeit beim OS Typhoon 2000 mit einem Gotek Laufwerk von USB Stick
Vor- und Nachteile
Vorteile:
Nachteile:
Fazit
Der Yamaha TX16W ist ein unterschätztes Juwel der Sampler-Geschichte. Trotz anfänglicher Bedienungsprobleme bietet er dank Upgrades wie Typhoon 2000 eine einzigartige Klangwelt, die in modernen Produktionen glänzt. Für Vintage-Enthusiasten oder Produzenten, die charaktervolle Sounds suchen, ist er empfehlenswert – aber nur mit dem alternativen OS. Das Typhoon 2000 lädt auch direkt alle digitalen Filter beim Start. Mit dem originalen Floppy-Laufwerk und dem originalen OS mussten diese separat nachgeladen werden. Das hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert.
Wer gerne auf das Diskettenlaufwerk verzichten möchte, kann Ausschau halten nach Floppy-Emulatoren, wie z.B. von GOTEK. Ich habe meinen Yamaha TX16W damit ausgerüstet und bin damit stets zufrieden. Aber es hat auch Nachteile, nämlich bei der Auswahl der richtigen USB-Sticks. Diese sollten möglichst klein sein, was in der heutigen Zeit kaum unter 4GB möglich ist. Ich habe 4GB Sticks in FAT32 formatiert und konnte das Betriebssystem die meiste Zeit sicher laden. Aber es gab auch vereinzelt Probleme und der Stick musste neu formatiert werden, damit es wieder lief. Das liegt nach meiner Recherche offenbar an der zu „hohen“ Geschwindigkeit der modernen Sticks. Dazu finden sich im Netz diverse Anleitungen und Berichte.
Klangbeispiele
(Anmerkung – längere Ladezeiten wegen WAV Datei in 24Bit)